Monthly Archives: Februar 2013

Ich mag keine Druiden..

.. jedenfalls nicht in Fantasywelten.

Gestern abend wurde mal wieder Malmsturm gespielt, Setting wie immer „Chroniken von Udyra“. Einer der Charaktere ist ein Elementarmagier, ein „Druide“, der sich mit den Mächten der Natur auskennt (und auch mit ihren Wirkstoffen..) und sich in einen Wolf verwandeln kann.

Zu Beginn hatte ich dem Spieler mitgeteilt, dass er fortan kein Druide mehr ist, sondern ein Umbrani. Das leitet sich vom lateinischen Wort für Schatten ab, weil ich irgendwie bei der Erschaffung der Elementarmagier die Liedzeile „Son of twilight, lord of shadows“ von Luca Turilli im Ohr hatte.

Als die Sitzung vorbei war und ich meinen Spielern wieder ein Stück Metaplot enthüllt habe (merke: Es ist nie gut zu leiten, wenn du der einzige am Spieltisch bist, der den vollen Durchblick hat, denn dann fangen deine Spieler an mit den Schergen der Göttin, die sie zur Strecke bringen will, zu diskutieren), kam die Diskussion auf, warum denn die Druiden keine Druiden mehr sein sollten.

Ich bin der Überzeugung, dass in jedem irgendwie keltisch angehauchten Fantasysetting (und in den meisten anderen) Druiden ein ganz bestimmter Stereotyp sind: Nette Typen mit langen Bärten oder langen Haaren, die gerne mal die Kräuter und Pilze, die ihnen der Wald bietet, wild durcheinander probieren, sie sind neutral-gut (ja, ich gebe zu, Niniane war eine ADND-Druidin, jetzt ist es raus..) und wenn sie keine Elfen sind, dann sind sie zumindest gut Freund mit ihnen.
Sicher, Stereotypen und Klischees sind wichtig für den Wiedererkennungswert. Schreibe ich „Pferd“ in ein Setting, weiss jeder, was gemeint ist, verwende ich überall „Renner“ oder „Trabtier“, dürfte das schon weniger der Fall sein. Aber ich mag nicht einfach Versatzstücke zusammenpappen und alten Wein in neue Schläuche füllen. Ein wenig Eigenleistung muss schon sein.

Am Ende des Abends kam dann vom Spieler des „Druiden“ der Vorschlag auf, die Gruppe „Silvani“ zu nennen. Das wurde gekauft.

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A story and a character, Teil 1: Vorbemerkung

Da allenthalben spielbares Material gefordert wird, und ich gerne mehr liefen möchte, gibt es jetzt eine neue Rubrik: „A story and a character“. Schliesslich ist das ja das irgendwie auch das Kernthema meines Blogs. Da ich im Moment meistens an den „Chroniken von Udyra“ arbeite, lag es nahe, einen Charakter aus diesem Setting auszuarbeiten. Passend zum Thema des diesmonatigen Karneval der Rollenspielblogs sollte es auch ein Elementarmagier (in den ersten Fassung hiessen sie noch Druiden, das war mir aber zu abgeschmackt) sein, Ceallan Sildorai, mit dem momentan meine Malmsturm-Udyra-Runde herumreist.

Aber wie das so ist bei Schriftstellern (und ja, als solche sehe ich mich), gibt es Figuren, die muss ich erst kennenlernen wie neue Arbeitskollegen,  sie sind nicht sofort mit jeder Facette sichtbar. Und dann gibt es Figuren, die springen einen förmlich fertig an, ziehen ihren Lebenslauf aus dem Hut und ich weiss sofort, wie sie aussehen, wo sie herkommen und wo sie hingehen.

So ein Charakter ist Harakka Ovedsbarn. Gut, er ist nicht ganz das perfekte Beispiel für einen fertigen Charakter, denn er war in der allerersten Fassung eine Frau. Aber die wollte ich nicht kennenlernen, die steckte im wahrsten Sinne des Wortes im Eis. Ich weiss gar nicht genau, wieso aus der Göttinentochter schliesslich ein Göttersohn wurde (ich vermute, Graham McNeill und „A thousand sons“ spielen eine nicht unerhebliche Rolle..), aber der stand plötzlich vor mir und bewarb sich auf die Stelle als Charismatisch-Verschlagener Anführer der Firnsbani, der Eiskrieger. Natürlich hat er den Job bekommen.

Das nur zur Vorbemerkung, demnächst mehr in A story and character, Teil 2: Two characters and one story.

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